Diagnose Arthrose - Gibt es einen Ausweg aus dem Schmerz?

Bei anhaltenden Schmerzen in den Knien, der Hüfte, den Schultern, den Händen oder Füßen suchen wir meist einen Orthopäden auf. Häufig lautet die Diagnose: Arthrose. Meist wird die Degeneration der schützenden Knorpelschicht im Gelenk schlicht mit dem Älterwerden begründet und einen Ausweg scheint es deshalb nicht zu geben. Aber ist das wahr? 

 

Wenn wir die Faszien und ihre Rolle im Körper betrachten, dann ergibt sich eine andere Sichtweise - und es eröffnet sich ein möglicher Ausweg aus dem Dauerschmerz.

 

Arthrose ist nach landläufiger Meinung eine Abnutzungserscheinung. Doch entsteht Arthrose nicht etwa deshalb, weil wir Gelenke über die Jahre zu oft bewegen. Im Gegenteil, wer seine Gelenke benutzt, schützt sich vor Arthrose. Was sich negativ auswirkt, ist Bewegungsmangel, einseitige Bewegung sowie eine Fehlstellung und Kompression von Gelenken. All das ist als Folge unserer heutigen Lebensweise leider allzu oft der Fall. 

 

Bewegung schützt die GelenkKnorpel

Nirgendwo im Körper trifft Knochen direkt auf Knochen. Kapseln, Bänder und Knorpel sorgen für eine reibungslose Beweglichkeit der Gelenke, stabilisieren und puffern. Der Knorpel hat dabei eine Stoßdämpferfunktion. Er wird bei Bewegung zusammengedrückt und dann wieder entlastet. Beim Zusammendrücken wird Flüssigkeit herausgedrückt, bei Entlastung kann sich der Knorpel wie ein Schwamm wieder mit frischer Flüssigkeit vollsaugen. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich um die viskose Synovia. Sie dient als "Schmiermittel" im Gelenk und sorgt für reibungslose Bewegung. Außerdem enthält sie lebenswichtige Nährstoffe für den Knorpel - der wird nämlich nicht von Arterien versorgt. Ein regelmäßiger Austausch der Synovialflüssigkeit ist also Voraussetzung für einen gesunden Knorpel. Dieser Austausch funktioniert nur durch Bewegung und nur dann optimal, wenn genug Platz für eine reibungslose Bewegung in den Gelenken zur Verfügung steht.

 

Verfilzte Faszien - wenn gelenke in Bedrängnis kommen

Wenn Sie sich mit den Faszien schon etwas beschäftigt haben, werden Sie sich erinnern: Faszien können dehydrieren, verkleben und verfilzen. Das passiert bei Bewegungsarmut, aber auch bei Überforderung einzelner Körperregionen durch einseitige Belastung. Die Verfilzung der Faszien geht einher mit einem Flüssigkeitsverlust im Gewebe und einer Beeinträchtigung gesunder Stoffwechselvorgänge. Sind die Faszien an einzelnen Stellen dehydriert, so beeinträchtigt das die Stützspannung der gesamten Körperstruktur. Gelenke werden komprimiert und nehmen chronische Fehlhaltungen ein. Gelenkknorpel können nicht mehr optimal versorgt werden. Entzündungen entwickeln sich und Schmerzen.

Faszienbehandlungen wie Rolfing können den Teufelskreis durchbrechen

Eine gezielte Behandlung verfilzter Faszien wirkt Entzündungen entgegen, das haben aktuelle Studien gezeigt. Durch manuelle Stimulation kann Rolfing helfen, die Faszien zu vitalisieren und den Flüssigkeitshaushalt im Gewebe wieder zu normalisieren. Abfallstoffe können wieder besser abtransportiert und Nährstoffe zu den Zellen befördert werden.

 

Das Gewebe wird wieder elastischer und die Spannungsverhältnisse im Gesamtkörpernetzwerk Faszien gleichen sich aus. Dadurch werden auch die Gelenke dekomprimiert. Es entsteht mehr Raum für reibungslose Bewegung in den Füßen mit ihren mehr als 30 Gelenken, in den Knien, Hüftgelenken, Schultern und dem gesamten Körper. 

Was Sie selbst zusätzlich tun können

Wenn Sie schon eine Faszienrolle haben, nutzen Sie sie. Auch die Selbstmassage mit diesen Rollen hilft, Ihre Faszien zu revitalisieren. Sie können einer Dehydration des Gewebes und den oben beschriebenen Folgen entgegen wirken. Wenn Sie zum Beispiel Probleme mit dem Knie haben, bearbeiten Sie die gesamten Beine, von allen Seiten. Dabei ist es wichtig, sehr langsam zu rollen. Auch wenn Sie Ihre Füße selbst behandeln, wirkt sich das positiv auf die Knie aus. Wie Sie dabei vorgehen können, habe ich in einem der vergangenen Blog-Artikel beschrieben.

Auch wenn Ihr Orthopäde eine fortgeschrittene Arthrose diagnostiziert hat, kann die manuelle Behandlung in Kombination mit Faszienrollen Ihnen spürbare Erleichterung bringen. Die Degeneration des Knorpels können wir dadurch nicht unmittelbar rückgängig machen, allerdings gibt es vielversprechende Hinweise darauf, dass der Knorpel bei mehr Bewegungsspielraum im Gelenk auch wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden kann. Allein schon die Dekompression von Gelenken hat oft eine deutliche Schmerzreduzierung zur Folge.

 

Geben Sie nicht auf, nehmen Sie Ihre Gesundheit in die eigenen Hände!